Zeitmanagement §106d SGB V

Ein weniger bekannter Überprüfungsprozess im Bereich der ärztlichen Tätigkeit: Wichtige Informationen für Sie

In der Medizin gibt es zahlreiche Mechanismen zur Kontrolle und wir möchten uns heute auf eine der weniger bekannten Überprüfungen, die von den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) in Deutschland durchgeführt werden, fokussieren. Dieser Prozess ist darauf ausgerichtet, sicherzustellen, dass Ärzte ihre Arbeitszeiten angemessen einhalten und die Patientenzahlen im Einklang stehen. Es ist von großer Bedeutung zu verstehen, wie dieser Mechanismus funktioniert und welche Auswirkungen schlechtes Zeitmanagement auf Ärzte haben kann.

Art der Überprüfung:

Die KVen führen Prüfungen durch, um festzustellen, ob Ärzte die vorgegebenen Zeitrahmen für ihre Arbeitsstunden einhalten und ob die Anzahl der behandelten Patienten angemessen ist. Sowohl zu viele als auch zu wenige Arbeitsstunden können zu Problemen führen. Besonders Ärzte, die in der Krankheitsverwaltung und im Notdienst tätig sind, können von dieser Überprüfung betroffen sein.

Finanzielle Konsequenzen aus schlechtem Zeitmanagement:

Praxen müssen mit Sanktionen rechnen, falls bestimmte Arbeitszeitgrenzen überschritten oder nicht erreicht werden. Diese Grenzen sind im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) festgelegt, und Verstöße gegen diese Vorgaben werden regelmäßig geahndet.

Der Ablauf der Überprüfung:

Der Prozess verläuft in drei Schritten:

Berechnung der Arbeitszeiten: Es erfolgt eine Berechnung der gesamten Arbeitszeiten für jeden Vertragsarzt oder Psychotherapeuten auf Grundlage der Abrechnungsdaten.

Vergleich mit Referenzwerten: Die tatsächliche Arbeitszeit wird mit einem Referenzwert abgeglichen. Falls die Arbeitszeit diesen Wert unterschreitet, kann eine individuelle Überprüfung notwendig werden.

Individuelle Überprüfung: Falls erforderlich, findet eine individuelle Überprüfung statt. Dabei werden verschiedene Faktoren berücksichtigt, wie zum Beispiel Praxisausfallzeiten, Beteiligung an besonderen Verträgen oder geleistete Überstunden.

Handlungsempfehlungen:

Um sich nicht in diesem komplexen Mechanismus zu verstricken, empfiehlt es sich, eine genaue Dokumentation der Arbeitszeiten, Urlaubs- und Krankheitstage sowie der Anzahl der behandelten Patienten zu führen. Insbesondere Hausärzte sollten die Anzahl der Patienten in hausarztzentrierter Versorgung (HzV) dokumentieren und Leistungen, die im EBM keine zeitlichen Vorgaben haben, individuell erfassen.

Fazit:

Der Überprüfungsmechanismus ist komplex, und Fehler oder Missverständnisse können zu unberechtigten Prüfungen und Sanktionen führen. Eine gründliche Vorbereitung und das Verständnis der Vorgaben können dazu beitragen, solche Situationen zu vermeiden.

Wir haben zu diesem Thema eine Informationsbroschüre vorbereitet, in der wir sowohl detailliert auf die Prüfungsmechanismen eingehen als auch beschreiben, was Sie beachten sollten um Regressforderungen zu vermeiden.

Hier können Sie die Informationsbroschüre als PDF herunterladen.

Oder konatktieren Sie uns und wir schicken Ihnen gerne eine Mail mit der Broschüre und weiteren Informationen, wie Sie sich gegen Regresse schützen können.

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