Dank DSGVO: Sehen so bald Telefonate mit Ihren Patienten aus?

Der Datenschutz-Horror

Im Internet kursierten schon vor Inkrafttreten der DSGVO einige Horrorgeschichten. Der nachfolgenden Dialog hat für viel Aufsehen und Ratlosigkeit gesorgt.
Frau Schmitz:
„Gemeinschaftspraxis Dres. Müller. Guten Morgen, was kann ich für Sie tun?“
 
 
Herr Beier:
„Guten Morgen. Beier, mein Name. Es ist ja fast unmöglich bei Ihnen durchzukommen. Es ist ja permanent besetzt. Naja, ich brauche einen Termin zur Auffrischung der Tetanus-Impfung.“
Frau Schmitz:
„Waren Sie schon mal bei uns?“
 
 
Herr Beier:
„Nein, ich bin neu in der Stadt und suche einen neuen Hausarzt. Ich könnte am 20.7., 8:00 Uhr. Ginge das?“
Frau Schmitz:
„Ja, das ginge, Bevor ich Sie bzw. den Termin in unser System aufnehmen kann, muss ich Sie über den Datenschutz informieren. Das ist jetzt Pflicht, weil Sie noch nicht bei uns waren. Also:

Verantwortlich für die Datenverarbeitung ist die Gemeinschaftspraxis Dr. med. Regina Müller und Dipl. med. Kasper Müller. Datenschutzbeauftragter ist Herr Alexander Bach. Sie erreichen ihn unter 0987 / 123456. Zweck der Datenverarbeitung ist die Vorbereitung und Durchführung eines Behandlungsvertrages. Wir speichern die Daten für 10 Jahren, aufgrund § 9 Musterberufsordnung Ärzte und § 603f Bürgerliches Gesetzbuch.
 
 
Herr Beier:
„Sind Sie fertig?“
Frau Schmitz:
„Nein. Sie haben das Recht auf Auskunft, Berichtigung, Löschung bzw. Einschränkung der Verarbeitung und das Recht auf Datenübertragbarkeit.“
 
 
Herr Beier:
„Ich will doch nur einen Termin.“
Frau Schmitz:
Den bekommen Sie auch gleich. Sie können sich noch bei der Datenschutz-Aufsichtsbehörde beschweren, wenn Sie der Meinung sind, dass wir Ihre Daten nicht datenschutzkonform verarbeiten. Das wäre Frau Dr. Sommer, Mariendorfer Damm 12, 12109 Berlin, Tel.: 030 123 4567.

So. Fertig. Nun zu Ihrem Termin. Ich habe Sie am 20.3. um 8 Uhr bei Herrn Dr. Müller eingetragen.“
 
 
Herr Beier:
„Endlich! Vielen Dank. Bis dann.“
Hier hat es bereits von offizieller Seite einige Interpretationen zur Auslegungen der DSGVO gegeben, die ein solches Telefonat nicht für zwingend erforderlich ansehen.
Jedoch ist dies noch nicht abschließend geklärt. Zusätzlich wurden im Gegenzug andere Richtweisungen gesprochen, auf die zu achten sind.

Das ändert sich sonst noch

Mit der DSGVO sind viele Änderungen in Kraft getreten, die die therapeutische Arbeit einschränken.

Datenschutzerklärung

Die Ansprüche an eine Datenschutzerklärung für Ihre Website sind deutlich gestiegen. Es gilt ebenso Kenntnisse über die Art und Weise des Hostings zu haben, wie bspw. auch die Daten, die Sie auf der Website oder mit Analyse Tools wie Google Analytics sammeln.

Datenschutzkonzept

Es empfiehlt sich ein Datenschutzkonzept zu erstellen. Dieses können Sie Ihren Mitarbeitern vorlegen, um diese für die gestiegenen Ansprüche an den Datenschutz zu sensibilisieren und Patienten gleichzeitig klarzumachen, wie wichtig das Thema für Sie ist.

Datenschutzbeauftragter

Arbeiten mehrere Mitarbeiter an Computern ist ein Datenschutzbeauftragter Pflicht. Dieser muss Expertise im Bereich Datenschutz nachweisen und als neutraler Ansprechpartner Ihre Datensicherheit kontrollieren und bewerten können, sowie als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

nur

8%

der befragten Ärzte wägen bei einer Therapieentscheidung für den Patienten ausschließlich medizinische Aspektte gegeneinander ab.

290.000€

war der höchste Regress, der bei einem der befragten Ärzte festgesetzt wurde. Es sind nicht nur Bagatellbeträge. Andere nannten Werte in Höhe von 130.00€ oder 45.000€.

78%

der befragten Ärzte geben an, in der Vergangenheit selbst von einem Prüfverfahren betroffen gewesen zu sein. 24% sogar besonders häufig.
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