Ärzte unter Korruptionsverdacht – ein Update

Der Therapiefreiheit für Ärzte e.V. führt seit über einem Jahr eine Kampagne gegen das Magazin DER SPIEGEL durch. Hierzu möchten wir Sie gerne auf den neusten Stand bringen.

Wir fordern, dass Ärzte, die durch die Berichterstattung des Spiegel zu Unrecht unter Korruptionsverdacht gekommen sind,  aus deren Datenpool gelöscht werden sollen. Mittlerweile haben sich eine Vielzahl von klagewilligen Ärzten bereit erklärt, die Kampagne aktiv zu unterstützen.

Ärzte, die in den Artikeln und der Datenbank des Spiegel erwähnt werden, werden dargestellt, als wenn sie aktiv mit der Pharmaindustrie zusammenarbeiten würden und vor allem hinsichtlich ihrer Verordnungsverhalten entgegen der Inhalte der medizinischen Leitlinien beeinflusst werden.

Dabei hat der Spiegel zusammen mit der Firma Correctiv GmbH berichtet, dass Ärzte beeinflussende Zahlungen von der Pharmaindustrie erhalten, obwohl es im Regelfall häufig nur um Kostenerstattung hinsichtlich der Reisen zu Fortbildungsveranstaltungen ging. Die Berichterstattung ließ als Fazit zu, dass Ärzte hinsichtlich ihrer Verordnungs- und Therapieentscheidungen korrupt sein sollen.

Die Berichterstattung des Spiegels ist im Lichte der Pressefreiheit schwer angreifbar und mit juristischen Maßnahmen kaum zu bändigen. Davon hat sich aber die Therapiefreiheit für Ärzte e. V. nicht einschüchtern lassen und hat dennoch 300 klagewillige Ärzte gefunden, die sich gegen diese Berichterstattung der Spiegel Online GmbH und Correctiv GmbH wehren.

Im Zuge der informationellen Selbstbestimmung und der Datenschutzgrundverordnung ist es unbedingt notwendig, dieser Berichterstattung Einhalt zu gebieten. Vor allem darf der Pressefreiheit nicht der generelle Vorrang vor der informationellen Selbstbestimmung gegeben werden. Zumal die Presse mit einer sehr fragwürdigen journalistischen Arbeit in das hohe Gut des Arzt-Patienten-Verhältnisses eingreift.

Vielmehr müssen alle Stakeholder, die am Gesundheitswesen teilnehmen, ein Interesse an einem starken Arzt-Patienten Verhältnis haben; auch Journalisten müssten gerade in diesem Segment zurückhaltender berichten um Verschwörungstheorien Einhalt zu gebieten.

Auch unter Berücksichtigung der kürzlich getroffenen Jameda-Rechtsprechung ist der Therapiefreiheit für Ärzte e. V. jedenfalls zuversichtlich, dass  viele Verfahren positiv gestaltet werden können. So ist es unerlässlich, dass auch hinsichtlich der Presse eine solide Aufklärungsarbeit erfolgt und diese auch im Hinblick auf das Arzt-Patienten-Verhältnis ihre polemische Erzählweise unterlässt. Jedenfalls ist es das Erstreben des Therapiefreiheit für Ärzte e. V., dass die friedliche Co-Existenz zwischen Presse, Ärzten, Patienten und Industrie gelebt und gewährleistet wird.

Wir als Therapiefreiheit für Ärzte stehen dafür ein, Ärzten ihre maximale Freiheit bei der Behandlung ihrer Patienten zu gewährleisten. Deshalb widmen wir uns immer wieder Themen, die die Freiheit der Ärzte beschränken wollen.