#2 Versorgungsstärkungsgesetz: Förderung der Weiterbildung 13.09.2015

Versorgungsstärkungsgesetz Teil 2
Die Weiterbildung Allgemeinmedizin soll stärker gefördert werden, um mehr junge Ärzte für die Tätigkeit als Hausärzte zu gewinnen. Dazu wird in § 75a SGB V u.a. fixiert, dass Kassen und KVen die Weiterbildung finanziell fördern müssen, wobei die Förderung so bemessen sein soll, dass damit eine der tarifvertraglichen Vergütung im Krankenhaus entsprechende Vergütung geleistet werden kann. Wie bislang soll der Weiterbilder einen geringen Anteil übernehmen. Es wird klargestellt, dass der Weiterbilder verpflichtet ist, die Förderung ungekürzt an den Weiterzubildenden durchzureichen. In der Praxis war es hier vereinzelt zu rechtswidrigen Einbehalten gekommen. Bedeutsam ist die Neuerung, dass die Weiterbildung entgegen bisher (§ 32 Abs. 3 Ärzte-ZV) künftig zu einer Ausweitung des Praxisumfangs führen darf.

Die vorgesehene gesetzliche Regelung fasst die bisherige Praxis und in Verträgen geregelte Verfahrensweise der Förderung der Weiterbildung in der Allgemeinmedizin zusammen und normiert diese nunmehr im Sozialgesetzbuch V. Bei dieser insgesamt zu begrüßenden Regelung bleibt zu kritisieren, dass die derzeitigen Koordinierungsstellen, welche zum Teil auch bei Landesärztekammern angesiedelt sind, hierbei keine Berücksichtigung finden. Die Bundesärztekammer begrüßt die erweiterten Regelungen zur Förderung der Weiterbildung in der Allgemeinmedizin, insbesondere die Erhöhung der Zahl der zu fördernden Stellen, damit sich mehr junge Ärztinnen und Ärzte für den Beruf des Hausarztes entscheiden können.

Nicht zu akzeptieren ist, dass der Bundesärztekammer und den Landesärztekammern in Anbetracht ihrer schon bisherigen Einbindung in die in Verträgen geregelte Verfahrensweise zur Förderung der Weiterbildung in der Allgemeinmedizin hier nur ein Benehmens- und kein Einvernehmensrecht eingeräumt wird. Die Bundesärztekammer begrüßt die ausdrückliche Festlegung, dass auch im niedergelassenen Bereich in der Weiterbildung eine Vergütung auf dem Niveau der Tarifverträge.

Dennoch sollten dies Praxen nutzen, die nicht die Liquidität für einen angestellten Arzt haben, aber genug Arbeit für einen zusätzlichen angestellten Arzt. Hier bietet sich nun an, einen geförderten Assistenten eizustellen, ohne in seinem Budget beschränkt zu werden. Wir unterstützen Sie dabei gerne.